Renovieren mit Erneuerbaren
Solarthemen:kom: Kommunen, die zukünftig Rathaus, Schule oder Kindergarten grundlegend renovieren, müssen nach der jüngsten Novelle des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes Sonne, Holz, Biogas und Co. nutzen. Noch eine weitere Pflichtaufgabe für klamme Kommunen, stöhnen die einen. Ein Schritt in die richtige Richtung, sagen die anderen. Manche sind ihn freiwillig schon gegangen.
Bürgermeister Lorenz Fuchs kann sich ganz entspannt zurücklehnen: Schalkham hat seine zukünftigen Hausaufgaben bereits in der Vergangenheit mehr als erledigt – in dem Ort werden öffentliche Gebäude zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien beheizt. Das ist hier einerseits einfacher als anderswo – die auf 40 Ortsteile verteilten 863 Einwohner besitzen nur zwei öffentliche Gebäude: einen Montessori-Kindergarten und ein ehemaliges Kloster, in dem sich heute Dorfladen und Bürgersaal, Vereins- und Lagerräume befinden.
Andererseits hätte auch Schalkham gute Argumente, nichts zu tun: Der Ort ist vom Gewerbesteueraufkommen her einer der ärmsten in Bayern. Aber: Wo ein Wille ist, ist ein Weg. 2001 hat die Kommune ein altes Kloster erworben. Von 2004 bis 2006 dauerte die Sanierung inklusive Dämmung. Seitdem sorgen Solarkollektoren und Hackschnitzel für die nötige Wärme. „Da verheizen wir
Sachen, die hier vor Ort anfallen“, so Fuchs. Ein Drittel davon sei Heckenschnitt,
der von Gemeindearbeitern geerntet werde. Den Rest liefern Schalkhamer Waldbauern.
Fuchs: „So kann man Wirtschaftspolitik betreiben. Die Wertschöpfung bleibt im
Ort.“ Trotz höherer Investitionskosten als bei einer fossilen Heizung ist der Bürgermeister überzeugt: „Das ist langfristig der richtige Weg.“ Auch alle anderen Kommunen in Deutschland müssen nun nach dem Willen des Gesetzgebers …
Foto: Gemeinde Schalkham
Den Beitrag lesen Sie in den Solarthemen:kom 02/2011.
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