28.06.2016

Interview mit Dirk Uwe Sauer: Förderung hilft der Speicher-Entwicklung

a_ok_2467Solarthemen 468. Dirk Uwe Sauer ist Professor an der RWTH Aachen und hat den Lehrstuhl für Elektrochemische Energiewandlung und Speichersystemtechniken. Er befasst sich seit mehr als zwei Jahrzehnten mit Batteriespeicher und leitet die an der RWTH angesiedelte Begleitforschung zum Speicherförderprogramm des Bundes. Die Solarthemen sprachen mit ihm über den Sinn und die Ergebnisse des Förderprogramms.

Solarthemen: Die erste Phase des Speicherförderprogramms wurde Ende Dezember abgeschlossen. Was ist Ihr Fazit?

Dirk Uwe Sauer: Wir sehen, dass sich das Programm positiv entwickelt hat. In der Summe haben wir nach den drei Jahren 30000 installierte Speichersysteme, von denen etwa die Hälfte gefördert wurde. Es gibt also jenseits der Förderung einen Markt. Die Preise sind deutlich heruntergegangen. Wir haben fast eine Halbierung der Kosten von Lithium-Ionen-Batterien. Es hat auch eine deutliche Marktverschiebung von Blei- in Richtung Lithium-Ionen-Batterien gegeben. Und, ich denke, wir haben mit dem Förderprogramm auch Standards vorbereitet, damit die Photovoltaik insgesamt netzverträglicher wird. Denn durch die Speichersysteme werden die Lastspitzen deutlich gekappt und dies, wenn es gut gemanagt ist, auch ohne Verlust von Energie. Das wird dem Ausbau der Photovoltaik sehr gut tun und die Netzaufnahmekapazität auch ohne teuren Netzausbau deutlich erhöhen.

Wenn man sich den Beginn des Programms und das Ende nach drei Jahren anschaut, gibt es da aus Ihrer Sicht signifikante Unterschiede?

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Interview: Andreas Witt

Foto: RWTH Aachen