12.12.2017

Andreas Bett vom ISE im Interview: Dem PV-Heimatmarkt seine Chance

Solarthemen 489. Dr. Andreas Bett hat am 1. Januar dieses Jahres zusammen mit Prof. Dr. Hans-Martin Henning die kommissarische Leitung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) übernommen. Bett arbeitet bereits seit 1986 am ISE und verantwortet den Bereich Solarzellen und Technologie. Aus wissenschaftlicher Sicht hat er das Auf und Ab der deutschen PV-Industrie eng begleitet. Wir sprachen mit ihm über die Bedeutung eines heimischen Marktes.

Solarthemen: Wir haben in den vergangenen Jahren bei der Photovoltaik in Deutschland eine Abwärtsbewegung gesehen. Nun gibt es die Hoffnung, dass es 2017 wieder aufwärts geht. Wie wichtig ist der Heimatmarkt für Forschungsinstitute wie dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme?

Andreas Bett: Er ist für uns essenziell wichtig. Alle Technologien, die wir am Fraunhofer ISE entwickeln, von der Zelle bis zu den Systemen, sollten wir im Heimatmarkt erstmal sehr gut testen. Und dann können die Firmen die Technologien letztlich exportieren und so auch den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken. Wir wissen aus der Vergangenheit bereits, dass vom Ausland mit sehr kritischen Augen auf die Energiewende in Deutschland geschaut wurde. Und wir haben hier lange Zeit auch eine führende Rolle gespielt. Das hat sich aber geändert. Es gibt inzwischen Länder, die schneller voranschreiten als Deutschland, weil wir eben durchaus eine Bremse bei der Energiewende in Deutschland sehen. Speziell ist auch die Photovoltaik nicht so stark gewachsen, wie wir das für eine erfolgreiche Energiewende bräuchten. Das heißt, wir haben zwei Elemente: Wenn wir die Klima-Ziele von Paris erreichen wollen, dann müssen wir stärker in erneuerbare Energien einsteigen und damit auch stärker in Photovoltaik. Dann haben wir  den Heimatmarkt. Und das fördert dann auch die Innovationen in Forschung und Entwicklung sowie den Industriestandort.

Aber ist es wirklich wichtig, dass wir die PV-Module hier in Deutschland herstellen? Auch in anderen Bereichen importieren wir Produkte. Um dem Klimawandel zu begegnen könnte es doch ebenso gut sein, importierte Module zu nutzen,

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Interview: Andreas Witt