22.11.2017

EU-Kommission plant neue Regeln für PV-Preise

Solarthemen 494. Die EU-Komisssion hat am 19. Juli einen Vorschlag vorgelegt, wie das derzeitige System aus Mengenbeschränkungen sowie Mindestpreisen beim Import von PV-Zellen und -Modulen aus China verändert werden könnte. Bis zum 2. August konnte hierzu Stellung genommen werden.  

Die Kommission wird die Stellungnahmen nun auswerten. Dabei treten die auch bisher schon vorhanden Meinungsunterschiede hervor. Während die eine Seite, u.a. vertreten von Solarpower Europa, möglichst keine Beschränkungen befürwortet, pocht die andere Seite, angeführt von EU ProSun, auf einen stärkeren Schutz europäischer Hersteller.

Der vorliegende Vorschlag der Kommission würde einige Veränderungen bedeuten. So soll künftig bei den Mindestpreisen für bestimmte Produkte – möglicherweise mono- versus multikristalline Zellen – differenziert werden. So sollen bei multikristallienen Modulen aus Massenproduktion niedrigere Mindestpreise für den Import vorgeschrieben werden, um den Bau von Solarkraftwerken zu geringeren Kosten zu ermöglichen. Zudem möchte die Kommission die Mindestimportpreise künftig transparent publiziert sehen.

Ändern möchte die Kommission auch, an welchem Index sich die Mindestimportpreise orientieren sollen. Denn in der Vergangenheit hätten diese nicht ausreichend die Preisentwicklung auf dem Weltmarkt reflektiert. Ziel der Kommission ist es zudem, die Mindestpreise bis zum September 2018 an das globale Preisniveau heranzuführen. Allerdings kritisiert EU ProSun, der möglicherweise neue Index von PV Insight basiere in zu starkem Maße auf Preisen, die nur in Folge von Dumping und Subvention zu stande kämen.

In den nächsten Wochen ist die abschliepende Entscheidung der Kommission zu ihren Antidumpingmaßnahmen bzw. zur Vereinbarung mit chinesischen Herstellern zu erwarten. Folgt die Kommission weiter der in ihrem Vorschlag vorgegebenen Linie, wird es zu einer sukzessiven centweisen Senkung der Zell- und Modulpreise kommen. Die Mindestimportpreise für Module würden dann ab dem 1. Juli 2018 bei 0,33 Euro-Cent/Watt für multikristalline und bei 0,38 Cent/Watt für monokristalline Zellen liegen.  [/private]

Text Andreas Witt