19.08.2018

Claudia Kemfert: „Klimaschutz profitiert“

Claudia KemfertSolarthemen 290: Prof. Dr. Claudia Kemfert leitet die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und hat den Lehrstuhl für Umweltökonomie der Berliner Humboldt-Universität inne. Sie hat jüngst ein Buch zu diesem Thema veröffentlicht: „Die andere Klimazukunft, Innovation statt Depression“. Die Solarthemen sprachen mit ihr über die Auswirkungen der Finanzkrise. Hier das komplette Interview.
Solarthemen: Die Finanzkrise führt bei den Banken nach Aussage des Internationalen Währungsfonds zu Wertberichtigungen, also Zahlungsausfällen, von mehr als einer Billion US-Dollar. Werden die Kreditinstitute deshalb nicht gerade bei Wachstumsbranchen wie den erneuerbaren Energien den Geldhahn zudrehen?
Claudia Kemfert: Das Problem sehe ich nicht. Ich erwarte vielmehr, dass Unternehmen aus diesen Branchen bei entsprechender Bonität – also solider unternehmerischer Verfassung – als Adressaten von Krediten attraktiver werden. Denn zahlreiche Gespräche mit Finanzvertretern haben mir gezeigt, dass Nachhaltigkeit und Zukunftssicherheit für die Banken an Bedeutung gewinnen. Die Branche wird als Zukunftsfaktor sehr gut bewertet.

Solarthemen: Die Finanzkrise als Chance für den Klimaschutz?
Kemfert: Genau. Nachhaltigkeit, Klimaschutz, soziale Verantwortung und ethische Unternehmensführung sind Aspekte, die Banken und auch Investoren zukünftig noch stärker beachten werden als bisher. Sie haben begriffen, dass den Renditen solide und zukunftsfähige Geschäfte zugrunde liegen müssen und nicht intransparente Finanzgeschäfte wie die, die zur Krise geführt haben.

Solarthemen: Erneuerbare Energien könnten demnach besonders profitieren?
Kemfert: Ja, weil Banken und Investoren nach den Erschütterungen der Finanzkrise verstärkt auf Engagements zur Sicherung der Zukunft setzen werden; und das sind par excellence nachhaltige Investments in den Klimaschutz wie im Falle von erneuerbaren Energien. Das können Firmenfinanzierungen sein genauso wie die Kapitalanlage in regenerative Projekte.

Solarthemen: Was bedeutet das für die öffentliche Förderung der regenerativen Energien?
Kemfert: Sie dürfte an Zustimmung gewinnen. Denn angesichts der Höhe der Finanzspritzen, die nun die Staatengemeinschaft in das klassische Finanzsystem pumpt, um es vor dem Zusammenbruch zu schützen, sind die Subventionen für regenerative Energien verschwindend gering.

Foto: DIW

Den Beitrag lesen Sie in den Solarthemen Nr. 290.

Möchten Sie diesen Artikel lesen, so bestellen Sie bitte die oben genannte Solarthemen-Ausgabe für 6 € (incl. Versandkosten und MwSt.) unter vertrieb@solarthemen.de. Vergessen Sie nicht, ihre Post-Adresse und die Nummer der Ausgabe anzugeben.

Auf diesen Internetseiten können wir nur eine kleine Auswahl unserer Solarthemen darstellen. Überzeugen Sie sich von der Qualität des Originals: Bestellen Sie die nächste Ausgabe der Zeitschrift als kostenloses Probeheft!