19.06.2018

Thomas Seltmann im Interview: Energierecht ist für Verbraucher nicht verständlich

Solarthemen 503. Der PV-Experte Thomas Seltmann ist seit August vergangenen Jahres als Referent Photovoltaik bei der Verbraucherzentrale NRW tätig. Dorthin kam er von der SolarWorld AG. Zuvor arbeitete er viele Jahre als unabhängiger Dozent und Autor in diesem Technologiebereich. Die Solarthemen sprachen mit ihm über die Auswirkungen der zunehmenden energierechtlichen Regelungen auf die Betreiber von Solarstromanlagen.

Solarthemen: Das EEG ist in den vergangenen Jahren immer komplexer geworden. Welche Rückmeldung bekommt die Verbraucherzentrale dazu von den Anlagenbetreibern?

Thomas Seltmann: Uns erreichen viele Fragen zu unterschiedlichen Anwendungsfällen. Und dabei haben wir es immer häufiger mit Fällen zu tun, bei denen wir die Fragen ohne aufwändige Rechtsberatung gar nicht beantworten können, weil es sofort in eine juristische Auseinandersetzung mit EEG-Regelungen und weiteren Gesetzen geht. Immer mehr Regelungen aus anderen Energierechtsbereichen haben auch Auswirkungen auf die kleinen EEG-Anlagen. Beispiele dafür sind die Stromsteuer, das Energiewirtschaftsgesetz bis hin zu aus Verbrauchersicht sehr abseitigen Aspekten wie einer europäischen Verordnung, die sich eigentlich auf den Großhandelsmarkt richtet. Das ist die Regulation on Wholesale Energy Market Integrity and Transparency, kurz REMIT. Es geht um Details zur Anmeldung als Energieversorgungsunternehmen, was selbst bei kleinen PV-Anlagen erforderlich sein kann. Solche Fragen kommen auf uns zu. Und selbst Juristen tun sich dann schwer, klar zu sagen, ob diese Fragen für den Betreiber einer kleinen Anlage tatsächlich relevant sind oder nicht.

Worin liegen denn besondere Hindernisse für Betreiber kleiner Anlagen?

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Interview: Andreas Witt